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Die Nachtigall des Zaren

Corinna Harfouch, Hubert Wild & Stefan Maaß

Corinna Harfouch

Halbszenische Lesung nach dem gleichnamigen Buch von Christine Wunnicke über das aufregende Leben des Kastraten Filippo Balatri (2010), verwoben mit Musik von Georg Friedrich Händel, Henry Purcell, Antonio Vivaldi und Georg Philipp Telemann sowie Heinrich Albert, Sperontes (Johann Sigismund Scholtze), Johann Philipp Krieger, Michel Lambert, Giovanni Battista Brevi und Giovanni Battista Bassani

Lesung: Corinna Harfouch
Countertenor: Hubert Wild
Laute: Stefan Maaß

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35

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Das Leben des Kastraten Filippo Balatri (1682–1756) liest sich wie ein barockes Abenteuer: Geboren als Sohn einer verarmten Familie in Pisa, wurde er zum Leib-Eunuchen des Zaren Peter des Großen in Moskau. 1700 schickte der Zar eine diplomatische Gesandtschaft nach Kalmückien – unter ihnen auch Balatri. Angekommen in der Steppe war Ayuki Khan, Herrscher der Kalmücken, so bezaubert von Balatris Sopranstimme, dass er ihn am liebsten behalten hätte. Zum Abschied schenkte er dem Wundersänger einen so kostbaren Goldstoff, dass angeblich sogar Ludwig XIV. neidisch wurde. Später bereiste Balatri als gefeierter Sänger ganz Europa – und lernte 1713 in London Händel kennen. Diese und weitere wundersame Wendungen hielt er in ausführlichen Tagebüchern fest, die nahezu einzigartige Einblicke in das Leben eines Kastraten der Barockzeit gewähren. Die Schriftstellerin Christine Wunnicke rekonstruierte seine Handschriften in ihrem Buch Die Nachtigall des Zaren. Bei den Händel-Festspielen erweckt Schauspielerin Corinna Harfouch Balatris Worte zum Leben und Hubert Wild verleiht ihm eine Stimme, begleitet von Stefan Maaß an der Laute.