Wednesday, 11. March 2020 19:30 Kammermusiksaal

Sehnsucht

Händels Schätze – Musik im Dialog

Librettoheft Messiah

Librettoheft von Händels "Messiah", London, um 1749 @ Stiftung Händel-Haus

Gesprächskonzertreihe "Händels Schätze - Musik im Dialog":

Sehnsucht

Kantaten und Duette von G. F. Händel und A. Steffani

Solisten: Vanessa Waldhart (Sopran), Robert Sellier (Tenor), Anne Well (Violoncello), Fabian Borggrefe (Fagott), Bernhard Prokein (Cembalo, Orgel)

Gesprächspartner: Prof. Dr. Robert Fajen (Universitätsprofessor für französische und italienische Literaturwissenschaft, Dekan der Philosophischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Das besondere Exponat: Librettoheft von Händels „Messiah“, gedruckt in London bei Watts u. a., vermutlich für eine Aufführung 1749 (Inventarnummer: 100352–S)

Tickets:
12 € / ermäßigt 6 € 

Am 11. März wird im Gesprächskonzert „Sehnsucht“ als besonderes Exponat ein Librettoheft aus dem Jahr 1749 in den Fokus gerückt. Dieses Libretto enthält den Text von Händels berühmtesten Oratorium „Messiah“ (HWV 56). Der Text besteht im Wesentlichen aus einer Kompilation von Bibelstellen, die von Charles Jennens zusammengestellt wurde. Librettohefte dieser Art wurden zu Opern- oder Oratorienaufführungen im Theater verkauft und ermöglichten dem Publikum das Mitlesen des gesungenen Textes. Der Originaldruck von 1749 kann, auch wenn im Konzertprogramm kein Stück aus dem „Messiah“ erklingt, die Diskussion um Text und musikalische Gestaltung anregen. Denn Händel verwendet in der Kantate „Quel fior che all‘alba ride“, die im Konzert erklingen wird, deutlich erkennbar Melodien, auf die er auch in zwei Chören im „Messiah“ zurückgriff. Ist diese Übernahme gelungen, wo es doch inhaltlich in der Kantate um einen ganz anderen Seelenzustand geht? Prof. D r. Robert Fajen wird den Texten auf den Leib rücken und uns als Literaturwissenschaftler auf eine ganz andere Spurenlese mitnehmen.

Die Gesprächskonzertreihe ist eine gemeinsame Produktion des Händelfestspielorchesters Halle und der Stiftung Händel-Haus. Eine spezielle Programmauswahl mit Händels Musik und mit der seiner Zeitgenossen wird umrahmt durch kurze informative Gesprächsrunden. Den Dreh- und Angelpunkt für die Dialoge zwischen Musikern, Restauratoren und Musikwissenschaftlern bilden zum Programm passende Exponate aus den Sammlungen der Stiftung Händel-Haus.