Mittwoch, 17. April 2019 19:30 Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus

Musik hinterfragt

Vortragsreihe: Carl Loewe, Musiker im Spannungsfeld zwischen Improvisation und Komposition

Ulrich Messthaler

Prof. Ulrich Messthaler © Fachhochschule Nordwestschweiz

Carl Loewe, Musiker im Spannungsfeld zwischen Improvisation und Komposition

Referent: Prof. Ulrich Messthaler, Basel

Ort: Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus, Salon "Robert Franz"

(im Rahmen der Carl-Loewe-Festtage in Kooperation mit der Carl-Loewe-Gesellschaft e. V.)

 

Dank der Unterstützung des Freundes- und Förderkreises des Händel-Hauses zu Halle e. V. sind die Vorträge für die Zuhörer kostenfrei.

Tickets:
freier Eintritt

Carl Loewe war bekannt für seine Fähigkeit, am Klavier zu improvisieren. Ja, er setzte sogar regelmäßig auf seine Konzertprogramme ein aus dem Stegreif erdachtes Lied, dessen Textgrundlage vom Publikum vorgeschlagen wurde. Diese Gabe des Improvisierens ist uns zwar auch von anderen Komponisten bekannt, denken wir an Bach, Beethoven oder Chopin. Während diese Komponisten jedoch mit viel Mühe versuchten, eine gültige Version niederzuschreiben, die in sich als „Werk“ Bestand hat und Grundlage einer mehr oder weniger textgetreuen Wieder­gabe sein sollte, ist dies bei Loewe nicht immer der Fall. Seine Lieder und Balladen benötigen einen freieren Interpretationsstil, so wie es der Komponist selbst wohl tat, um überzeugen zu können. Welche Möglichkeiten gibt es für einen heutigen Musiker, um diesen Ansatz zu verwirklichen?

Ulrich Messthaler ist Professor an der Schola Cantorum Basiliensis, wo er seit 1990 eine Gesangs- und Liedklasse leitet. Als sich selbst begleitender Sänger knüpft er an eine Aufführungstradition an, die auch Carl Loewe praktizierte. Messthalers künstlerische, pädagogische und publizistische Tätigkeit basiert auf intensiven For­schungen zur Aufführungsästhetik der damaligen Zeit.