Dienstag, 31. Mai 2022 19:30 Franckesche Stiftungen

Fernando, Re di Castiglia - Uraufführung

in memoriam Prof. Dr. Manfred Rätzer (1929–2021)

Leo Duarte Fernando © Agentur

Leo Duarte

Georg Friedrich Händel
Fernando, Re di Castiglia HWV 30, Opernfragment von G. F. Händel (nach der Oper „Sosarme”)
Konzert für Flöte (Oboe) und Orchester g-Moll HWV 287

Musikalische Leitung: Leo Duarte, (Oboe)
Solisten: Francesco Giusti (Fernando), Susanna Fairbairn (Elvida), Nick Scott (Dionisio), Chiara Hendrick (Isabella), Jess Dandy (Sancio), Frederick Long (Altomaro), Charlie Morris (Alfonso)
Opera Settecento

Aufführung nach der Hallischen Händel-Ausgabe in italienischer Originalsprache

In Kooperation mit dem London Handel Festival
Mit freundlicher Unterstützung der Mitteldeutschen Barockmusik e.V.

Bitte beachten Sie gegebenenfalls die jeweils aktuellen pandemiebedingten Zugangsbeschränkungen. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird empfohlen.

Live-Aufzeichnung durch MDR Kultur / MDR Klassik

Tickets:
30, 25 

Führung vor dem Konzert: Weltwissen um 1700 (Führung dt./engl.) // 18.30 Uhr // Franckesche Stiftungen, Kunst- und Naturalienkammer // Veranstalter: Franckesche Stiftungen
Tickets: Besucher mit Konzertkarte nur 2 € Führungszuschlag im Infozentrum im Francke-Wohnhaus (Dauer ca. 30 Minuten)

Mit „Fernando, Re di Castiglia“ wird 2020 ein Opernfragment Händels aus der Vergessenheit gehoben. Unter dem Titel begann der Komponist, eine Geschichte um einen Machtkampf zwischen portugiesischem König und Königssohn zu vertonen, in den der kastilische König Fernando vermittelnd eingreift.
Damit hat das Fragment nach „Tamerlano“ das zweitmodernste Sujet aller Händel-Opern. Gerade diese Modernität, die Darstellung eines Vater-Sohn-Konflikts im Herrscherhaus mit Parallelen zur englischen Situation in der Entstehungszeit der Oper, der Handlungsort im mit England traditionell verbündeten Portugal sowie die Konfliktlösung durch das Eingreifen eines Herrschers des mit England und Portugal gleichermaßen traditionell verfeindeten Spanien werden Händel im Kompositionsprozess bewogen haben, die Handlung unter Namensänderung fast aller Personen in ein unverfängliches orientalisches Milieu zu verlegen. So wurde die Oper bis zur 12. und drittletzten Szene des 2. Aktes als „Fernando, Re di Castiglia“ komponiert, dann aber als „Sosarme, Re di Media“ vollendet.

Opera Settecento hat sich seit 2015 darauf spezialisiert, selten bis noch nie gehörte Opern „auszugraben“. Zum vierten Mal kehrt nach den großen Erfolgen in den letzten Jahren das in London ansässige Ensemble unter der energetischen Leitung von Leo Duarte nach Halle zurück, um ein weiteres unbekanntes Werk Händels auf die Bühne zu bringen. Sängerisch werden sie dabei einerseits von arrivierten Solisten unterstützt, wie in diesem Jahr vom Countertenor Owen Willetts, der schon viele Händel-Partien in Europa, Australien und den USA gestaltete; andererseits wirken jungen Sänger*innen mit, die Preisträger*innen der renommierten Handel Singing Competition in London sind.