Freitag, 05. Juni 2020 19:30 Franckesche Stiftungen

Fernando, Re di Castiglia

HWV 30 (Uraufführung), Opernfragment von G. F. Händel

Leo Duarte Fernando © Agentur

Leo Duarte

Musikalische Leitung: Leo Duarte
Solisten: Owen Willetts (Fernando), Susanna Fairbairn  (Elvida), Jorge Navarro Colorado (Dionisio), Helen Charlston (Isabella), Jess Dandy (Sancio), David Greco (Altomaro), Hamish McLaren (Alfonso)
Opera Settecento

Aufführung nach der Hallischen Händel-Ausgabe in italienischer Originalsprache

In Kooperation mit dem London Handel Festival
Mit freundlicher Unterstützung der Mitteldeutschen Barockmusik e.V.

Tickets:
30, 25 

Führung vor dem Konzert: Ein Schloss für die Bildung (Führung dt./engl.) // 18.30 Uhr // Franckesche Stiftungen, Historisches Waisenhaus // Veranstalter: Franckesche Stiftungen
Tickets: Besucher mit Konzertkarte nur 2 € Führungszuschlag im Infozentrum im Francke-Wohnhaus (Dauer ca. 30 Minuten)

Mit „Fernando, Re di Castiglia“ wird 2020 ein Opernfragment Händels aus der Vergessenheit gehoben. Unter dem Titel begann der Komponist, eine Geschichte um einen Machtkampf zwischen portugiesischem König und Königssohn zu vertonen, in den der kastilische König Fernando vermittelnd eingreift.
Damit hat das Fragment nach „Tamerlano“ das zweitmodernste Sujet aller Händel-Opern. Gerade diese Modernität, die Darstellung eines Vater-Sohn-Konflikts im Herrscherhaus mit Parallelen zur englischen Situation in der Entstehungszeit der Oper, der Handlungsort im mit England traditionell verbündeten Portugal sowie die Konfliktlösung durch das Eingreifen eines Herrschers des mit England und Portugal gleichermaßen traditionell verfeindeten Spanien werden Händel im Kompositionsprozess bewogen haben, die Handlung unter Namensänderung fast aller Personen in ein unverfängliches orientalisches Milieu zu verlegen. So wurde die Oper bis zur 12. und drittletzten Szene des 2. Aktes als „Fernando, Re di Castiglia“ komponiert, dann aber als „Sosarme, Re di Media“ vollendet.

Opera Settecento hat sich seit 2015 darauf spezialisiert, selten bis noch nie gehörte Opern auszugraben. Zum vierten Mal kehrt nach den großen Erfolgen in den letzten Jahren das in London ansässige Ensemble unter der energetischen Leitung von Leo Duarte nach Halle zurück, um ein weiteres unbekanntes Werk Händels auf die Bühne zu bringen. Sängerisch werden sie dabei einerseits von arrivierten Solisten unterstützt, wie in diesem Jahr vom Countertenor Owen Willetts, der schon viele Händel-Partien in renommierten Häusern in Europa, Australien und den USA gestaltete; andererseits wirken jungen Sänger*innen mit, die Preisträger der renommierten Handel Singing Competition in London sind, wie Helen Charlston, die im letzten Jahr in Halle erfolgreich debütierte.