Experten stehen Ihnen Rede und Antwort.

„Musik hinterfragt“ – der Titel macht bereits deutlich: Hier dürfen Sie Gehörtes hinterfragen. Referenten sind Mitarbeiter der Stiftung Händel-Haus oder externe Experten. Sie alle stecken bestens in ihrer Materie, die sie populär zu vermitteln wissen.

Spannende Themen und hochkarätige Referenten erwarten Sie bei der beliebten populärwissenschaftlichen Vortragsreihe „Musik hinterfragt“ auch in der Saison 2019/20. Fachexperten sprechen unter Einbeziehung von Klangbeispielen über musikalische Themen, die mit der Arbeit der Stiftung Händel-Haus verbunden sind oder durch besondere Anlässe, wie Jubiläen, auf breiteres Interesse stoßen. Den Vorträgen schließt sich meist eine offene Diskussion an, bei der die Anwesenden das Gehörte „hinterfragen“ können.

Zum Auftakt erwartet Sie am 18. September ein Vortrag von Junior-Professor Dr. Matthew Gardner aus Tübingen über Händels „Deborah“ im Kontext früher englischer Oratorien. Im Vergleich zu Händels Titelheldin, einer Frauengestalt aus dem Alten Testament, ist Clara Schumann, deren 200. Geburtstag in diesem Jahr allerorten gefeiert wird, geradezu eine junge Frau. Auf jeden Fall aber ist sie eine moderne Frau und lässt sich nicht einfach nur als Ehefrau von Robert Schumann definieren, wie die Leipziger Musikwissenschaftlerin Claudia Forner am 16. Oktober darlegen wird. Ähnlich wie Schumann versuchte auch Carl Loewe, das Klavierspiel durch technische Hilfsmittel zu optimieren; darüber berichtet die Leiterin des Museums Händel-Haus, Christiane Barth, am 6. November. Und zum Jahresende (4. Dezember) entführt Sie der Professor für Musikethnologie der Universität Halle, Dr. Klaus Näumann, in exotische Gefilde nach Jamaika.

Zum Jahresauftakt 2020 spricht UMD i. R. Ekkehard Ochs (Greifswald) über Dmitri Schostakowitsch, einen herausragenden Komponisten des 20. Jahrhunderts. Schostakowitschs Gratwanderung zwischen Angepasstheit und individueller künstlerischer Selbstbehauptung führt noch heute zu kontroversen Beurteilungen seiner Person und seiner künstlerischen Leistung und bietet reichlich Anlass zu lebhaften Debatten.
Dr. Maik Richter (Halle/Weißenfels) führt uns in Händels Jugendzeit, wenn er die Musik am Weißenfelser Herzogshof um 1700 und das Wirken des Hofkapellmeisters Johann Philipp Krieger beleuchtet.
War Beethoven eigentlich ein „Wiener Klassiker“ (und Händel ein Londoner Komponist)? Dieser Frage geht Frau Prof. Dr. Christine Siegert (Bonn) anlässlich des diesjährigen 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens nach.
Andrea Rechenberg (Göttingen), die Kuratorin der Ausstellung „Händel_Göttingen_1920“ des dortigen Städtischen Museums, widmet sich der „Rodelinde“-Aufführung von 1920, die eine weltweite Händel-Opern-Renaissance initiierte. Der Vortrag versteht sich als Begleitveranstaltung unserer Jahresausstellung „Meine Seele sieht im Hören“ im Händel-Haus Halle.

Die Veranstaltungen finden einmal monatlich mittwochs, 19.30 Uhr, im Renaissance-Raum oder im Romanischen Gewölbe des Händel-Hauses oder auch im Salon „Robert Franz“ des Wilhelm-Friedemann-Bach-Hauses statt. Die Vorträge werden vom Freundes- und Förderkreis des Händel-Hauses zu Halle e. V. freundlicherweise unterstützt und sind für die Zuhörer kostenfrei. Ebenfalls jeweils an einem Mittwochabend werden die Gesprächskonzerte „ Händels Schätze – Musik im Dialog“ in den Zyklus eingebunden.

 

Termine

Mittwoch, 18. September 2019, 19.30 Uhr, Händel-Haus, Romanisches Gewölbe

Händels „Deborah“, weibliche Tugend und frühe englische Oratorien

Jun.-Prof. Dr. Matthew Gardner, Tübingen

 

Mittwoch, 16. Oktober 2019, 19.30 Uhr, Händel-Haus, Renaissance-Raum

Die zwei Leben der Clara Schumann (zum 200. Geburtstag)

Claudia Forner, Leipzig

 

Mittwoch, 4. Dezember 2019, 19.30 Uhr, Händel-Haus, Romanisches Gewölbe

Jamaikas Mento-Musik: rurale, nationale und touristische Kontexte

Prof. Dr. Klaus Näumann, Halle

 

Mittwoch, 22. Januar 2020, Händel-Haus, Romanisches Gewölbe

Zwischen proletarischer Emphase, Stalinschem „Realismus“ und individueller künstlerischer Selbstbehauptung

Fragen zum konträr beurteilten Leben und Schaffen Dmitri Schostakowitschs

UMD i. R. Ekkehard Ochs, Greifswald

 

Mittwoch, 12. Februar 2020, Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus, „Salon Robert Franz“

Von Franken über Halle nach Weißenfels

Johann Philipp Krieger und die Musik am Weißenfelser Herzogshof um 1700

Dr. Maik Richter, Weißenfels

 

Mittwoch, 18. März 2020, Händel-Haus, Renaissance-Raum

Beethoven – ein „Wiener Klassiker“?

Prof. Dr. Christine Siegert, Bonn

 

Mittwoch, 8. April 2020, Händel-Haus, Renaissance-Raum

Händel_Göttingen_1920

Andrea Rechenberg, Göttingen

 

Mittwoch, 13. Mai 2020, Händel-Haus, Romanisches Gewölbe

Oskar Hagen (1888–1957)

Kunstgeschichte und Musik zwischen Halle und Wisconsin

Prof. Dr. Ute Engel, Halle