Bühne frei für neue Themen.

Ob aktuelle Forschungsergebnisse, Jubiläen oder berühmte Persönlichkeiten – es gibt viele gute Gründe für Jahres- und Sonderausstellungen im Händel-Haus. Und für Sie immer einen Anlass, Neues im Museum zu entdecken.

Blick in die Ausstellung (c) Maria Scheunpflug

"Runter vom Sockel! - Von Helden und Erlösern"

Jahresausstellung 2021 der Stiftung Händel-Haus

Kurator: Karl Altenburg (Stiftung Händel-Haus) // Gestaltung: Axel Göhre

In der Jahresausstellung „Runter vom Sockel! Von Helden und Erlösern“ im Händel-Haus gibt es das volle Programm:  interessante Exponate, spannende Geschichten und mitreißende Musik. Doch welche Relevanz hat solch ein spezielles Thema in der Gegenwart? Diese Frage beantwortet der Ausstellungtitel: „Runter vom Sockel!“. Das ist natürlich nicht sprichwörtlich als Aufforderung zu verstehen, denn natürlich hat niemand vor Georg Friedrich Händel von seinem Denkmalsockel auf dem halleschen Marktplatz zu stoßen! Vielmehr geht es darum, bei den Besucherinnen und Besucher verschiedene Gedanken und Fragen anzuregen. Was macht Helden- und Erlöserfiguren aus und warum werden sie in Form von Denkmälern gewürdigt? Warum bewirken ausgerechnet Denkmäler wiederum so gegensätzliche Emotionen, bis hin zu Vandalismus und Zerstörung? Liegt es lediglich an den dargestellten Personen oder doch auch an der Darstellungsform? Diesen und vielen anderen Fragen geht die Jahresausstellung im Händel-Haus nach.

Wer kann im gegenwärtigen „postheroischen“ Zeitalter überhaupt noch etwas mit dieser Art von Heldenverehrung und Erlöserglauben anfangen? Gibt es denn heutzutage  überhaupt noch ein Bedürfnis nach Helden und Erlösern, oder sind es Relikte der Vergangenheit? Mitnichten: An den internationalen Kinokassen spielen Filme über „Superhelden“ regelmäßig Milliardenbeträge ein. Überall auf der Welt hat sich wieder eine Riege messianischer Diktatoren und Despoten an die Macht geschwungen. Das typische Heldengedenken früherer Jahrhunderte, mit Kranzniederlegung und allem Drum und Dran, beschränkt sich inzwischen auf einen exklusiven Kreis von zu Ehrenden, zu welchem allerdings auch Georg Friedrich Händel selbst gezählt werden kann. Unterscheidet sich das „Helden-Bedürfnis“ der Menschen von heute also gar nicht so sehr von dem der Menschen vergangener Zeiten? Diesen und anderen Fragen geht die Jahresausstellung „Runter vom Sockel! – Von Helden und Erlösern“ im Händel-Haus nach.

Die Jahresausstellung ist bis zum 9. Januar 2022 zu sehen.

Blick in die Ausstellung (c) Maria Scheunpflug